Metallica Blackened Records Vinyl Attack

  • 28.07.2015
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Metallica - Blackened Records Vinyl Attack - News
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Wiederveröffentlichung aller Metallica-Studioalben auf 180-Gramm-Heavyweight-Vinyl!

Nein, sie können es einfach nicht lassen! Anstatt konzentriert und nachhaltig an einem neuen Studioalbum zu arbeiten - das letzte Werk, „Death Magnetic“, liegt inzwischen fast sieben Jahre (!!) zurück, spielen Metallica eine Tournee nach der anderen, werfen dazu Live-DVDs und offizielle Bootlegs noch und nöcher auf den Markt und kommen einfach nicht aus dem Quark. Zu allem Übel werden dann auch noch Nebenprojekte wie „Lulu“ (10/2011) mit dem mittlerweile verstorbenen Lou Reed und Kinofilme nebst Soundtrack wie „Through The Never“ (09/2013) produziert, die ohne Ende Zeit und Geld kosten, aber nicht das sind, was die Fans wollen. Inzwischen wird sogar gemunkelt, dass Metallica deshalb so viel touren, weil sie sich mit „Through The Never“ finanziell verhoben haben. Und mit einem Studioalbum, das wissen wir, wird längst nicht mehr das Geld verdient wie noch vor zehn, zwanzig Jahren. Es sei denn, man heißt Taylor Swift.

Also warten wir weiter tapfer auf das nächste Studioerzeugnis der Bay-Area-Thrasher. Denn auch in diesem Sommer sind James Hetfield (Gesang, Gitarre), Lars Ulrich (Drums), Kirk Hammett (Gitarre) und Robert Trjillo (Bass) überall auf der Welt unterwegs, um auf Festivals und mit eigenen Tourneen mächtig Kasse zu machen. Doch zwischendurch wird wieder einmal etwas zum Anhören und Anfassen unter das gierige Volk gestreut. Aufgemerkt: Das Metallica-Label Blackened Records verkündet stolz, dass ab dem 24. Juli 2015 endlich alle Metallica-Studioalben auf Vinyl permanent und komplett verfügbar sind. Alle Studiowerke, inklusive des Cover-Albums „Garage Inc.“ aus dem Jahr 1988 sowie der symphonischen Live-Platte „S&M“ (1999), werden auf 180 Gramm schwerem Vinyl neu auf den Markt gebracht. Da fragt sich der Hardcore-Fan, der die Originalalben eh schon auf Vinyl besitzt und als CD nachgekauft hat: „Oh, must I, Miss Sophie?“. „James, please, please.“. Klare Antwort! Scheiße, also doch den Bausparvertrag auflösen.

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„Kill ‘Em All“ (1983)
Das Debütalbum von Metallica! Erschienen im Juli 1983 auf Megaforce Records und die Geburtsstunde des Thrash Metal. Denn auch wenn andere Bands wie Slayer oder Exodus schon länger dabei waren, kamen ihre Erstlingswerke später heraus. „Kill ‘Em All“ zeigt eine junge Band unter der Federführung von Lars Ulrich und James Hetfield. Die hatten sich noch vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums von Gitarrist Dave Mustaine getrennt, der selbst Party-Animals wie Metallica als tickende Zeitbombe nicht geheuer war. Mustaine gründete daraufhin Megadeth und Metallica brachten „Kill ‘Em All“ mit Songs wie „The four horsemen“, „Jump in the fire“, „Phantom lord“ und „Metal militia“ heraus, für die Dave Mustain Songwriting-Credits erhielt. Das war der Startschuss zu einer nicht für möglich gehaltenen Karriere, der sich in der Szene schnell herumsprach und bald auch Europa erobern sollte.
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„Ride The Lightning“ (1984)
Genau ein Jahr nach ihrem Debütalbum veröffentlichten Metallica mit „Ride The Lightning” ihren zweiten Streich. Es erschien wiederum auf Megaforce Records. Doch Metallica waren bereits ins Blickfeld der Majorlabels geraten und unterschrieben noch im selben Jahr bei Elektra Records. Damit war auch der weltweite Vertrieb des Albums sichergestellt. Metallica waren innerhalb eines Jahres hörbar gereift und Bassist Cliff Burton nahm stärkeren Einfluss auf die Songs. Diese wurden komplexer und hatten eine durchschnittliche Spieldauer von 5½ Minuten. Das Werk enthielt acht Stücke, von denen mindestens sechs als Klassiker eingestuft werden müssen, die in keinem Live-Set fehlen dürfen. In der Fachpresse wurde das Album über den grünen Klee gelobt und markierte auch kommerziell den ersten großen Meilenstein in der noch kurzen Band-Geschichte von Metallica.
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„Master Of Puppets” (1986)
Mit dem steigenden Erfolg der Band, dauerte auch die Produktionsphase des nächsten Albums länger. Metallica tourten ausgiebig und machten auch Europa unsicher - mit dem im März des Jahres 1986 veröffentlichten „Master Of Puppets“. Dieses Album wurde wie schon sein Vorgänger in Kopenhagen eingespielt und brach die Fesseln des Thrash Metal noch weiter auf. Metallicas Kompositionen wurden immer epischer und knüpften exakt an den Stil von „Ride The Lightning“ an. So reichten auch diesmal nur acht Songs, um sich einen Platz in der Ewigkeit zu reservieren. In den Charts ging es mit diesem Album noch weiter nach oben, doch in diesem Jahr erlebten Metallica auch den bis dato größten Horror ihrer Laufbahn. Bei einem Tour-Busunfall in Schweden wurde Bassist Cliff Burton aus dem Fenster geschleudert und vom umfallenden Bus begraben. Die anderen Bandmitglieder überlebten wie durch ein Wunder. Doch für die Stimmung innerhalb des Gefüges geriet Cliff Burtons Tod zu einem lange unausgesprochen Damoklesschwert, das sich erst viele Jahre später entladen sollte.
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„… And Justice For All“ (1988)
Als „… And Justice For All“ im September 1988 erschien, wurde es von vielen Thrash-Puristen müde belächelt. Ohne den kreativen Input von Cliff Burton und mit dem neuen Bassisten Jason Newsted, der in den Songs kaum zu hören war, weil Ulrich und Hetfield ihn in der Abmischung ins Nirwana verbannten, nahmen Metallica einen progressiven Schlingerkurs ein. Der Longplayer verkaufte sich zwar hervorragend und erhielt eine Grammy-Nominierung, doch mit den ausufernden Kompositionen, die im Schnitt die Sieben-Minuten-Marke überschritten hatten, wusste selbst die Band auf der Bühne bald nicht mehr viel anzufangen. Mit dem Videoclip zur fast schon balladesken Single „One“ betraten Metallica allerdings ein Neuland, das sich in Zeiten von MTV kommerziell auszahlen sollte. Heavy Metal kam in alle Wohnzimmer. Und drei Jahre später auch in fast alle Plattenregale auf dieser Welt.
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„Metallica“ (1991)
Wenn die Beatles schon das weiße, blaue und auch noch das rote Album für sich in Anspruch nehmen, dann können Metallica mit Fug und Recht den Titel „Das schwarze Album“ für sich beanspruchen. Denn bis auf eine Schlange und das verwaschene Band-Logo ist auf dem schlicht „Metallica“ betiteltem Werk nichts zu sehen. Also ab dafür! Was die Thrasher im Sommer des Jahres 1991, zur Hoch-Zeit des Alternative Rock und Grunge auf die Öffentlichkeit losließen, war eine Sensation. Die Vorabsingle „Enter Sandman“ (07/1991) machte bereits deutlich, dass Metallica ab sofort nichts mehr mit klassischem Thrash Metal am Hut hatten. Sie hatten zusammen mit dem Produzenten Bob Rock eine „Wall of Sound“ eingespielt, die der Druckwelle eines startenden Jets gleichkam. Die Songs waren rockiger und mit der Ballade „Nothing Else Matters“ liefen Metallica plötzlich im Radioprogramm. Heilige Scheiße! Die Puristen waren empört. Doch „Metallica“ entfachten mit ihrem neuen Stil ein Feuerwerk, das mit mehr als 30 Millionen verkauften Einheiten bis heute das erfolgreichste Metal-Album aller Zeiten ist, auch wenn es für die Liebhaber der Frühwerke kein Metal mehr war.
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„Load“ (1996)
Nach dem riesigen Erfolg mit „Metallica“ dauerte es fast fünf Jahre, bis die Band neues Material an den Start brachte. Dann allerdings gleich im Doppelpack. Den Anfang machte das Album „Load“ (06/1996), das bereits mit seinem provokanten Artwork für Diskussionen sorgte. Das Blut-Sperma-Gemisch hatte jedenfalls wenig mit Heavy Metal zu tun. Und wie sah die Band überhaut aus? Kurze Haare, Schminke, Piercings. Was zur Hölle war in das Quartett gefahren? Denn auch musikalisch wurde noch stärker als auf dem Vorgänger in Richtung Hardrock komponiert und gleich 14 Songs mit knapp 80 Minuten Spielzeit rausgeballert. Metallica waren endgültig auf dem Kommerz-Trip angekommen, der sich zwar nicht so gut wie mit dem „Metallica“-Album erfüllte, aber auf einem kommerziellen Niveau angekommen war, das den Atem raubte.
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„ReLoad“ (1997)
Knapp 17 Monate nach „Load“ (06/1996) erschien „ReLoad“ (11/1997) mit den Resten der „Load“-Sessions. Wiederum kratzte die Tachonadel an 80 Minuten Spielzeit. Mehr geht nicht, wenn eine CD laufen soll, ohne dass der Laser zu springen beginnt. Mit dem Opener „Fuel“ hatten Metallica einen potenzieller Live-Klassiker geschrieben, zu dem ein aufwendiges Video gedreht wurde. Zudem wurde die britische Sängerin Marianne Faithfull als Gaststimme für die Single „The Memory Remains“ eingeladen. Mit „The Unforgiven II“ gab es zudem einen Link zum schwarzen Album. Auf viele Fans wirkte das Ganze inzwischen wie Routine, Anbiederung an die Charts und Geldmacherei. Die Verlaufszahlen waren immer noch ziemlich gut, aber mit einer Hardrock-Band namens Metallica wollten die bierbäuchigen Fans aus den 80er Jahren nichts mehr zu tun haben.
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„Garage Inc.” (1998)
Mit dem im November 1998 auf den Markt gebrachten Cover-Album „Garage Inc.“ wollten sich Metallica offenbar den Spaß der 80er Jahre zurückholen. Und sie tobten sich richtig aus. Ein Doppelalbum mit weit über zwei Stunden Spielzeit und 27 Songs, wovon fünf von dem raren 1987er „(The $5.98 EP) - Garage Days Re-Revisited“-Mini-Album stammen. Auch weitere Titel des Werks waren zuvor schon auf anderen Alben erschienen. Doch hier musste noch einmal alles raus, was da war. Ungewöhnlich für ein Werk dieser Art, aber passend zum kommerziellen Status Metallicas war, dass es in den Charts funktionierte und zum Beispiel in Deutschland fast ein ganzes Jahr in den Top 100 vertreten war. Die eingespielten Coverversionen von Bands wie Queen, Motörhead, Bob Seger, Nick Cave, Black Sabbath, Diamond Head oder auch Lynyrd Skynyrd machten „Garage Inc.“ zu einem beliebten Partyalbum, bevor sich Metallica ein Jahr später selbst den Stecker zogen.
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„S&M“ (1999)
Metallica und das San Francisco Symphony Orchestra unter der Leitung des vier Jahre später verstorbenen Filmmusik-Komponisten Michael Kamen. Herzlichen Dank! Aber dieses gegeneinander Anspielen von Heavy-Metal-Band und Symphonie-Orchester hat bis auf das Ego von Lars Ulrich wohl niemand ernsthaft gebraucht. Als Einnahmequelle im Weihnachtsgeschäft kam es dennoch gerade richtig. Und die Metallica-Fans kauften auch dieses 21 Songs umfassende Monster mit 133 Minuten Spielzeit, um dabei zu sein, wie Orchester und Band aneinander vorbeiholzten. Ein Machwerk, überflüssig wie ein Kropf und der vorübergehende Abgesang von Metallica.
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„St. Anger” (2003)
Im Sommer 2003 waren Metallica wieder zurück. Und es ging ein Aufschrei durch die Massen! Bassist Jason Newsted hatte die Band im Streit verlassen und James Hetfield soff mehr, als es für ihn und die Band gut war. Metallica buchten Therapiesitzungen und ließen sich dabei allen Ernstes filmen. Die Entstehung des Albums war also mehr als die bekannte schwere Geburt, es war ein Weg durch die Hölle. Die aufgestaute Wut kanalisierte sich in elf Songs, die zwar grundsätzlich als Schritt zurück zu den Wurzeln aufgefasst wurden, wäre da nicht eine Kleinigkeit gewesen, an der sich ausnahmslos jeder hochziehen konnte: Der absolut schräge Snare-Drum-Sound, der darauf zurückzuführen ist, dass Lars Ulrich eines Tages vergaß, die Schnarrsaiten zu spannen. Das daraus resultierende, blecherne Irgendwas fand er dann so geil, dass es den Sound des gesamten Werkes dominierte. Ohne Frage: Die meisten Hörer hassten diesen Klang. Auf der anderen Seite bereitete es einigen neutralen Hörern eine diebische Freude, dass sich die selbst ernannte Geschmackspolizei und die Puristen so sehr darüber aufregten. Am Ende war dieses Album die Rettung der Band, die sich mit dem heiligen Krach auf „St. Anger“ selbst therapierte und mit Robert Trujillo im Anschluss an die Aufnahmen einen neuen Bassisten präsentierte.
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„Death Magnetic” (2008)
Nachdem zwischen „ReLoad“ und „St. Anger“ sechs Jahre vergangen waren, dauerte es bis zum „St. Anger“-Nachfolger „Death Magnetic“ auch mehr als fünf Jahre. Mit dem neunten Studioalbum wurde Metallica fast einhellig bescheinigt, dass sie sich endgültig auf dem richtigen Weg, zurück zu ihren Thrash-Wurzeln befanden. Die zehn Songs sind im Schnitt weit über sieben Minuten lang und wurden von Rick Rubin produziert. Das erste Mal seit 1991 war Bob Rock also nicht mehr mit an Bord. Es war, als hätten Rubin und Metallica „Master Of Puppets“, „Ride The Lightning“ und „… And Justice For All“ vorher aufmerksam durchgehört und ihre Lehren daraus gezogen. Die alten Fans wollten progressiven Thrash Metal - und sie bekamen ihn! Einziger Knackpunkt war auch hier ein Sound-Problem, das durch die extrem laute Abmischung auftrat und für zum Teil extremes Übersteuern der Frequenzen sorgte. Für Lars Ulrich war hingegen wieder einmal alles gut. „My Apocalypse is your Apocalypse“. Also schön die Fresse halten!
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für CDstarts.de

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