Pink Floyd Vinyl-Re-Issue-Reihe

  • 24.09.2016
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Pink Floyd - Vinyl-Re-Issue-Reihe - News
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Alle Alben der britischen Kult-Band erscheinen in diesem Jahr neu auf frisch gemastertem 180-Gramm-Vinyl. Los geht's im Juni!

Ab Juni 2016 werden alle Alben der britischen Kult-Band Pink Floyd noch einmal in mehreren Tranchen auf Vinyl-Schallplatte neu veröffentlicht. Den Anfang in chronologischer Reihenfolge machen „The Piper At The Gates Of Dawn“ (1967), „A Saucerful Of Secrets“ (1968), der Soundtrack zum Film „More“ (1969) und das Doppelalbum „Ummagumma“ (1969). Die von James Guthrie, Joel Plante und Bernie Grundman neu gemasterten Alben werden für die optimale Soundqualität auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Zudem wird ein besonderes Augenmerk auf die Reproduktion der Originalverpackungen gelegt.

Im Laufe der kommenden Monate werden wir die Pink-Floyd-Vinyl-Wiederveröffentlichungen AN DIESER STELLE mit Infos und Anekdoten zu allen Werken begleiten und diese Seite Stück für Stück ergänzen und erweitern.

„The Piper At The Gates Of Dawn“ (1967)

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Nachdem sich mit Syd Barrett, Nick Mason, Roger Waters und Richard Wright die Urbesetzung von Pink Floyd gefunden hatte und der Bandname fixiert war, ging es von Februar bis Juni 1967 in die Abbey Road Studios in London, zu den Aufnahmen des Debütalbums „The Piper At The Gates Of Dawn“. Dieses erschien im August des Jahres 1967 und wurde vom psychedelischen Songwriting Syd Barretts dominiert. Acht der elf Songs gingen allein auf sein Konto und prägten damit den frühen Stil der Band. Obwohl dieser trotz poppiger Elemente alles andere denn als kommerziell bezeichnet werden konnte, koppelten Pink Floyd fleißig Singles aus und konnte das Album in Großbritannien in den Top 10 platzieren. Der herausragende Song des Albums ist das 10-Minuten-Stück „Interstellar overdrive“, das live gerne auf die doppelte Spielzeit ausgedehnt wurde.
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„A Saucerful Of Secrets“ (1968)

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Syd Barrett war nicht nur das frühe Mastermind der Band, er war auch seinen Drogenkonsum betreffend ein Problemfall. Als Live-Unterstützung stieg deshalb im Januar 1968 David Gilmour bei Pink Floyd ein. Doch die Situation verschlechterte sich so schnell, dass Gilmour Barrett nur wenige Wochen später komplett ersetzte. An den Aufnahmen zum zweiten Pink-Floyd-Album „A Saucerful Of Secrets“ (Oktober 1967 bis April 1968), die wiederum in den Abbey Road Studios in London stattfanden, war Syd Barrett zwar noch offiziell beteiligt. Es fand mit „Jugband blues“ aber nur noch ein Stück den Weg auf die Platte. Mit Ende der Albumaufnahmen wurde der offizielle Ausstieg von Syd Barrett verkündet. Kommerziell performte das zweite Pink-Floyd-Werk nicht so gut wie das Debüt und verfehlte in den USA sogar einen Charteinstieg.
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„More“ (1969)

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In den 60er Jahren wurden Alben viel schneller produziert und in viel kürzeren Abständen als heute auf den Markt geworfen. Nach „A Saucerful Of Secrets“ (06/1968) dauerte es nur ein knappes Jahr, bis mit dem Soundtrack zum Film „More” im Juli 1969 das nächste Pink-Floyd-Werk auf den Markt gebracht wurde. Die Band spielte in gerade einmal acht Tagen 13 Tracks ein. Es ist das erste Album ohne eine Beteiligung von Syd Barrett. Es stellte sowohl für die Band, als auch für ihr Label eine Produktion außerhalb der Regel dar, die in den Charts trotzdem nicht scheiterte. Sogar in den USA konnten sich Pink Floyd wieder in den Top 200 platzieren.
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„Ummagumma“ (1969)

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Zwei Albumveröffentlichungen in einem Jahr. In den Sechzigern kein Problem! Pink Floyd schoben dem Soundtrack zum Film „More“ nur drei Monate später ihr viertes Studioalbum „Ummagumma“ hinterher, wobei das Werk genau gesagt aus einem Live- und einem Studioteil besteht und sich auf vier Vinyl-Seiten verteilt. Die Band teilte die Kompositionsarbeit brüderlich auf, sodass sich jeder mit eigenen Stücken in vollem Umfang einbringen konnte. David Gilmour, Nick Mason, Roger Waters und Richard Wright ließen ihrer Experimentierlust freien Lauf und forderten damit sogar die beinharten Fans heraus, denn mit den Studiosongs von „Ummagumma“ erlebte die avantgardistische und psychedelische Phase von Pink Floyd ihren Höhepunkt.
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„Atom Heart Mother“ (1970)

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Ein Haufe Kühe, denen der Schnodder aus der Nase läuft und die ziemlich doof aus der Wäsche, äh, aus dem Fell schauen. So werden Album-Cover für die Ewigkeit gemacht, die natürlich im Vinylformat noch besser wirken, als für die kleinen CD-Verpackungen. Mit dem Cover zu „Atom Heart Mother“, ihrem fünften Studioalbum, haben Pink Floyd so einen Klassiker abgeliefert. Es befindet sich weder ein Titel noch der Bandname auf dem Cover. Das nennt man wohl konsequent. Die Platte enthält mit dem knapp 24-minütigen Titelstück den bis dahin längsten Song in der Bandgeschichte, mit „Alan’s Psychedelic Breakfast“ noch einen 13 Minuten langen Track sowie drei kürzere Songs aus der Feder von Roger Waters („If“), David Gilmour („Fat Old Sun“) und Richard Wright („Summer ‘68“). Das Album wurde die erste Nummer eins in den britischen Charts für Pink Floyd.
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„Meddle“ (1971)

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Exakt ein Jahr nach „Atom Heart Mother“ erschien mit „Meddle“ bereits das nächste Album aus dem Hause Pink Floyd - und zwar wieder mit ähnlichen Vorzeichen: Es hat insgesamt sechs Songs, wovon einer („Echoes“) erneut an die 24-Minuten-Marke heranreicht und die Hälfte der Gesamtlaufzeit des Albums ausmacht. David Gilmour nahm mehr Einfluss auf das Songwriting, das sich stilistisch in eine massentauglichere Richtung entwickelte. Entsprechend fiel auch die kommerzielle Performance aus, die sich vor allem auf den großen Märkten (Deutschland, England, USA) in extrem langen Verweildauern in den Charts widerspiegelte.
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„Obscured By Clouds“ (1972)

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Lediglich acht Monate nach „Meddle“, legten Pink Floyd mit „Obscured By Clouds“ schon wieder neue Musik vor. Und zwar den Soundtrack zu dem französischen Film „La Vallée“ von Barbet Schroeder (siehe auch: „Single White Female“, „Desperate Measures“, „Murder By Numbers“). Die zehn Stücke des Albums nahmen Pink Floyd in gerade einmal zwei Wochen in Frankreich auf. Dennoch schnitt das Werk für einen vermeintlichen Schnellschuss sehr gut in den wichtigsten Charts ab und untermauerte den Status der Briten, der sich mit dem kommenden Album im Jahr 1973 auf dramatische Art und Weise verändern sollte.
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„The Dark Side Of The Moon“ (1973)

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Auch mit dem folgenden Album behalten Pink Floyd ihren atemberaubenden Veröffentlichungsrhythmus bei. Doch diesmal ist der Band ein absoluter Meilenstein der Rockgeschichte geglückt. Das im März 1973 veröffentlichte „The Dark Side Of The Moon“ wird zu einem Dauerbrenner in den Charts, von dem bis heute mehr als 50 Millionen Einheiten verkauft wurden. Das 43 Minuten lange Werk wird sogar im Guinness Buch der Rekorde geführt, weil es in den amerikanischen Billboard Top 200 Charts seit inzwischen mehr als 900 Wochen geführt wird (auch bedingt durch diverse Wiederveröffentlichungen und den damit verbundenen Wiedereinstiegen). Obwohl die Kritik das Album ursprünglich nicht abfeierte, haben sich die Meinungen im Laufe der Jahre gefestigt, dass „The Dark Side Of The Moon“ ein atmosphärisches Meisterwerk ist, das zurecht immer wieder in den Abstimmungslisten zu den besten Alben aller Zeiten auftaucht und darin vorderste Plätze belegt.
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„Whish You Were Here“ (1975)

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Den Erfolg von „The Dark Side Of The Moon“ ließ sich mit dem folgenden „Whish You Were Here“-Album kommerziell nicht toppen. Dennoch entwickelte sich das Werk, das auf den ersten Blick nur aus fünf Songs besteht, zu den beliebtesten in der Pink-Floyd-Historie. Mit dem Titeltrack sowie der Syd-Barrett-Hommage „Shine on you crazy diamond“ gelangen der Band zwei absolute Klassiker. Als Toningenieur wurde mit Brian Humphries der Mann zurückgeholt, der schon das 1969er Album „More“ betreute. Der Druck, einen adäquaten Nachfolger für „The Dark Side Of The Moon“ zu schreiben, lastete schwer auf der Band und es dauerte einige Zeit, bis sich Pink Floyd einig waren, wohin die Reise gehen soll. Am Ende ging der Plan auf und das Ergebnis, allein mit dem 26-minütigen, in zwei Teile aufgespaltenen „Shine on you crazy diamond“ war ein weiteres atmosphärisches Großereignis.
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„Animals“ (1977)

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Am 23. Januar 1977 schickten Pink Floyd mit „Animals“ ihr zehntes Studioalbum ins Rennen. Wie schon der Vorgänger „Whish You Were Here“ enthielt das Werk erneut nur fünf Songs. Inhaltlich ging es darum, dass die Menschen in drei Gattungen aufgeteilt sind, die mit dem Tierreich verglichen werden. Daher der Titel „Animals“. Hunde stehen für Kapitalisten, Schweine für Moralapostel und Schafe stellen die breite Masse dar, die von den Hunden ausgenutzt wird. Das legendäre Cover zeigt ein fliegendes Schwein zwischen den Schornsteinen eines Kraftwerks. Hits im Stile der beiden vorangegangenen Longplayer konnte „Animals“ nicht abwerfen. Das spiegelte sich auch in den verhältnismäßig niedrigen Verkaufszahlen wider. Doch diese sollten bereits mit der nächsten Album-Veröffentlichung wieder in „The Dark Side Of The Moon“-Dimensionen vordringen und Pink Floyd im Mainstream-Sektor ankommen lassen.
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„The Wall“ (1979)

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Was so eine Hitsingle alles ausmachen kann, zeigt der Song „Another brick in the wall (part 2)“, der eine Woche vor Albumveröffentlichung auf den Markt kam und sich auf der ganzen Welt in Rekordgeschwindigkeit verkaufte. Die Auskopplung erklomm in zehn Ländern den ersten Platz und verkaufte sich wie geschnitten Brot. Kein Wunder, dass das dazugehörige Album ebenfalls kommerzielle Schallmauern durchbrach. Pink Floyd hatten sich musikalisch neu ausgerichtet und sich quasi dem Mainstream geöffnet. Mehr als 30 Millionen verkaufte Einheiten von „The Wall“ sprechen diesbezüglich eine eindeutige Sprache. Geistiger Vater des Werks ist Roger Waters, der ein Konzeptwerk im Stile der großen Rockopern der 70er Jahre erschuf, das als sein Magnum Opus in die Rock-Geschichtsbücher einging.
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„The Final Cut“ (1983)

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Es dauerte mehr als drei Jahre, bis Pink Floyd in der Lage waren, dem Monsteralbum „The Wall“ einen Nachfolger an die Hand zu geben. Wieder hatte Roger Waters die Zügel fest in der Hand und entwickelte ein Konzept für die Songs, die er seinem im zweiten Weltkrieg gefallenen Vater widmete. Die beiden verbleibenden Mitglieder David Gilmour und Nick Mason nahmen kompositorisch keinen Einfluss auf die Songs und lieferten lediglich die von Waters gewünschten Parts ab. Keine Frage, dass dies zu Spannungen führte (die übrigen Bandmitglieder hatten zum Beispiel keine Rechte an den Songs), die letztendlich im Ausstieg von Roger Waters mündeten. Das Album fiel in der Kritik durch und die Verkaufszahlen waren im Vergleich zum Vorgänger desaströs.
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„A Momentary Lapse Of Reason“ (1987)

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Es vergingen wiederum mehr als vier Jahre, bis Pink Floyd in Form von David Gilmour, Nick Mason und Richard Wright (als Gastmusiker!) zurückkehrten. Gilmour hatte kompositorisch den Hut auf und führte die Band mit glatteren Breitwand-Sounds wieder zurück in kommerziellere Bahnen. Das spaltete die Fangemeinde. Die einen sehnten sich nach den Klängen der 60er und frühen 70er Jahre zurück, während die anderen Musik im Stil von „Whish You Were Here“ und „The Wall“ bevorzugten. Einen Spagat zwischen beiden Welten hinzubekommen, schien unmöglich. So kam es, dass Pink Floyd in den 80er Jahren lediglich zwei Studioalben vorlegten, die unterschiedlicher nicht sein konnten und letztendlich unbefriedigend war.
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„The Division Bell“ (1994)

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Nach „The Dark Side Of The Moon“ (1973) und „The Wall“ (1979) ist „The Division Bell“ aus dem Jahr 1994 der dritterfolgreichste Longplayer von Pink Floyd. Scheinbar hatten sich die Fans doch nach dem Sound der Briten gesehnt und mit der Single „High hopes“ hatten Pink Floyd mal wieder ein echtes Zugpferd in die Waagschale geworfen. Die Rezeption war ähnlich wie auf „A Momentary Lapse Of Reason“. Ohne Roger Waters kratzten die Songs inhaltlich nur an der Oberfläche, während glattgebügelte Breitwandklänge das Ohr umschmeichelten. Den meisten Kritikern gefiel dies nicht sonderlich, aber mit bis heute mehr als 17 Millionen verkauften Einheiten gaben die Fans ein eindeutiges Votum ab.
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für CDstarts.de

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