Die Tops und Flops des Jahres 2016

  • 02.01.2017
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Die Tops und Flops des Jahres 2016 - News
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In alter Tradition erhaltet ihr auch in diesem Jahr Einblick in die ganz persönlichen musikalischen Highlights und Enttäuschungen unserer Autoren.

Das Musik-Jahr 2016 von Heino Walter

Meine Top 10-Alben


1. „Fever Dream“ von Ben Watt

2. „Autumn“ von Chatham County Line

3. „Do Not Disturb“ von Van Der Graaf Generator




4. „Golden Sings That Have Been Sung“ von Ryley Walker
5. „Heart Like A Levee“ von Hiss Golden Messenger
6. „Meanderlust“ von Randweg
7. „Life Is Long“ von Rodrigo Leão & Scott Matthew
8. „Paradise“ von The Wood Brothers
9. „Where Is Piemont“ von Malky
10. „Blackstar“ von David Bowie

Diese 5 Alben haben mich enttäuscht
1. „This House Is Not For Sale“ von Bon Jovi
2. „Walls“ von Kings Of Leon
3. „Wrong Crowd“ von Tom Odell
4. „Can`t Touch Us Now“ von Madness
5. „Live! Greatest Hits From Around The World“ von ZZ Top

Meine 5 Lieblingssongs
1. „Hunger Is A Dream You Die In“ von Daniel Romano (aus dem Album „Mosey“)
2. „Told I Must Die“ von Malky (aus dem Album „Where Is Piemont“)
3. „Eulogy“ von Get Well Soon (aus dem Album „Love“)
4. „One More Night“ von Michael Kiwanuka (aus dem Album „Love & Hate“)
5. „Forget Me Not“ von Myles Sanko (aus dem Album „Just Being Me“)

Mein Musik-Jahr 2016
2016 war ein schlechtes Musikjahr, weil viele prägende Künstler von uns gegangen sind. Musikalisch war es jedoch sehr ergiebig. Ich fand meine Perlen wie fast immer abseits vom Mainstream. Platz 1 gebührt dabei Ben Watt, dessen drittes Album „Fever Dream“ genauso wie Ryley Walkers „Golden Sings That Have Been Sung“ (Platz 4) den Folk-Jazz solcher stilbildenden Musiker wie Tim Buckley, John Martyn oder der Band Pentangle originell aufleben lässt. Das altehrwürdige Americana-Genre spuckt beharrlich neue herzzerreißende Meisterwerke aus. Chatham County Line (Platz 2), Hiss Golden Messenger (Platz 5) und The Wood Brothers (Platz 8) sind eindrucksvolle Beispiele für eine sich ständig in Bewegung befindende Musik-Richtung.

Van Der Graaf Generator um Peter Hammill sind eine Klasse für sich. Die Kategorien Prog- oder Art-Rock beschreiben nicht ausreichend, was bei dieser Musik alles passiert. Erstaunlich ist, dass sich die drei verbliebenen Musiker nach fast 50 Jahren im Geschäft nochmal zu solch einer konzentrierten, niveauvollen Leistung aufgerafft haben. Großer Respekt! Das experimentelle Duo Randweg schickt sich an, eine ähnliche Ausnahmestellung in der Musik erreichen zu können. Sie bleiben auf jeden Fall in meinem Radar. Das gilt natürlich auch für das großartige Pop-Duo Malky, das mit „Where Is Piemont“ ein wunderschönes sinfonisches Soundgemälde abgeliefert hat. Rodrigo Leão & Scott Matthew konnten schon getrennt voneinander überzeugen, zusammen ergibt ihre Kunst mehr als die Summe ihrer Teile. David Bowie hat trotz schwerer Krankheit und dem Tod vor Augen mit „Blackstar“ eines seiner anspruchsvollsten Werke abgeliefert und nicht nur mit der Musik, sondern auch im Artwork für neue Ideen und Rätsel gesorgt. Eigentlich müsste mindestens eine Top 20 her, um auch nur halbwegs die vielen Alben zu ehren, die 2016 heftig berührt, erstaunlich angeregt und individuell bezaubert haben.

Das Musik-Jahr 2016 von Maximilian Nitzke

Meine Top 10-Alben


1. „Abalonia“ von Turbostaat

2. „Let Them Eat Chaos“ von Kate Tempest

3. „Haphe“ von Konni Kass




4. „Theyesandeye“ von Lou Rhodes
5. „Untitled Unmastered.“ von Kendrick Lamar
6. „Paging Mr. Proust“ von The Jayhawks
7. „ The Heart & The Fight“ von Skinny Lister
8. „Kingsdown Sundown“ von Will Varley
9. „Schmilco“ von Wilco
10. „In Winter“ von Katie Melua

Diese 5 Alben haben mich enttäuscht
1. „Modern Heart“ von Milow
2. „Jessica Rabbit“ von Sleigh Bells
3. „The Rain“ von Colder
4. „Official“ von Lina
5. „Alina“ von Frida Gold

Meine 5 Lieblingssongs
1. „Over“ von Kings Of Leon (aus dem Album „Walls“)
2. „Wolter“ von Turbostaat (aus dem Album „Abalonia“)
3. „Charlie“ von Skinny Lister (aus dem Album „ The Heart & The Fight“)
4. „Normal American Kids“ von Wilco (aus dem Album „Schmilco“)
5. „When She Wakes Up“ von Will Varley (aus dem Album „Kingsdown Sundown“)

Mein Musik-Jahr 2016
2016 ist nicht unbedingt mein Lieblingsjahr. Glücklicherweise hat 2016 Höhen, die die Wogen ein wenig glätten. Die Musik hat dazu auch dieses Jahr ihren Teil beigetragen. Will Varley und Wilco haben sehr schnell nachgelegt und den Singer/Songwriter-Liebhaber in mir befriedet. Künstler wie Skinny Lister und Kate Tempest haben endlich Alben aufgenommen, die ihrer Qualität und ihrem Potenzial gerecht werden. Dazu gesellen sich neue Namen wie Konni Kass und fertig ist ein rundes Musikjahr. Die ganz großen Hits sind vielleicht ausgeblieben, aber aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland und Europa werden meine Top-Alben von Turbostaat und Kate Tempest mich noch eine gute Weile begleiten. Für die hellen und die dunklen Tage des kommenden Jahres bin ich zumindest gewappnet. Mehr verlange ich von der Musik dieses Jahres nicht.

Das Musik-Jahr 2016 von Jakob Huf

Meine Top 10-Alben


1. „Hardwired... To Self-Destruct“ von Metallica

2. „Call It What It Is“ von Ben Harper

3. „Give A Glimpse Of What Yer Not“ von Dinosaur Jr




4. „Blues Of Desperation“ von Joe Bonamassa
5. „Hidden City“ von The Cult
6. „Who Will Be Next?“ von Joe Purdy
7. „Solas“ von The Answer
8. „Post Pop Depression“ von Iggy Pop
9. „First Ditch Effort“ von NoFX
10. „You Want It Darker“ von Leonard Cohen

Diese 5 Alben haben mich enttäuscht
1. „Live! Greatest Hits From Around The World“ von ZZ Top
2. „Relations“ von Laust Sonne
3. „Grain Of Souls“ von Zodiac
4. „Bury Me In My Boots“ von The Cadillac Three
5. „Thundering Herd“ von Kyle Gass Band

Meine 5 Lieblingssongs
1. „Now That We’re Dead“ von Metallica (aus dem Album „Hardwired... To Self-Destruct“)
2. „Changes“ von Charles Bradley (aus dem Album „Changes“)
3. „Mountain Climbing“ von Joe Bonamassa (aus dem Album „Blues Of Desperation“)
4. „Avalanche Of Lights“ von The Cult (aus dem Album „Hidden City“)
5. „Be A Part“ von Dinosaur Jr (aus dem Album „Give A Glimpse Of What Yer Not“)

Mein Musik-Jahr 2016
Überraschenderweise war das Musikjahr 2016 ein Jahr der Großen. Metallica, die Stones oder Iggy Pop überraschen mit unerwartet starken Alben und auch andere lassen wieder von sich hören. Guns N‘ Roses sind, zumindest zu drei Fünfteln, wieder zusammen unterwegs. Und klar ist, so schade es auch ist, dass Steven Adler und Izzy Stradlin nur ab und zu oder auch überhaupt nicht dabei sind, sind die wichtigsten Protagonisten Slash und Axl Rose. Das diese zwei sich wieder zusammenraufen würden, war nun nicht wirklich abzusehen. Als wäre dies nicht schon genug, übernimmt Mr. Rose auch noch zeitweise den Gesang bei AC/DC. Diese wiederum müssen sich nun überlegen, wie es weitergeht. Dass sie bzw. Angus Young die gebuchte Tournee auch ohne Brian Johnson noch zu Ende bringen wollten, in allen Ehren. Die Zukunft sieht allerdings nicht allzu ROSEig aus. Ein Album ohne Johnson, ohne Bruder Malcolm Young, ohne Cliff Williams und Phil Rudd, sollte der Gitarrenheld vielleicht lieber unter eigenem Namen herausbringen. Die Zukunft von AC/DC steht also in den Sternen und wird hoffentlich im nächsten Jahr geklärt sein.

Das Musik-Jahr 2016 von Till Brokhausen

Meine Top 10-Alben


1. „Good Luck And Do Your Best“ von Gold Panda

2. „Hopelessness“ von ANOHNI

3. „Mirrors“ von Mala




4. „9%“ von Kaytranada
5. „Mykki“ von Mykki Blanco
6. „Blank Face“ von Schoolboy Q
7. „Untitled Unmastered.“ von Kendrick Lamar
8. „Oh No“ von Jessy Lanza
9. „Alpe Lusia“ von Stimming
10. „Heads Up“ von Warpaint

Diese 5 Alben haben mich enttäuscht
1. „Advanced Chemistry“ von Beginner
2. „Mount Ninji And Da Nice Time Kid“ von Die Antwoord
3. „Potential“ von The Range
4. „Wildflower“ von Avalanches
5. „How To Be A Human Being“ von Glass Animals

Meine 5 Lieblingssongs
1. „New Song“ von Warpaint (aus dem Album „Heads Up“)
2. „Hotline Bling“ von Drake (aus dem Album „Views“)
3. „That Part“ von ScHoolboy Q (aus dem Album „Blank Face“)
4. „Time Eater“ von Gold Panda (aus dem Album „Good Luck And Do Your Best“)
5. „It Means I Love You“ von Jessy Lanza (aus dem Album „Oh No“)

Mein Musik-Jahr 2016
Wird nachgereicht...

Das Musik-Jahr 2016 von Matthias Reichel

Meine Top 10-Alben


1. „Lemonade“ von Beyoncé

2. „Der Holland Job“ von Coup

3. „Hardwired... To Self-Destruct“ von Metallica




4. „Mosey“ von Daniel Romano
5. „Advanced Chemistry“ von Beginner
6. „Hope“ von The Strumbellas
7. „Painkillers“ von Brian Fallon
8. „Ouroboros“ von Ray LaMontagne
9. „Die Evolution der Maxine Kazis“ von Maxine Kazis
10. „Blackstar“ von David Bowie

Diese 5 Alben haben mich enttäuscht
1. „Anti“ von Rihanna
2. „Walls“ von Kings Of Leon
3. „Mount Ninji And Da Nice Time Kid“ von Die Antwoord
4. „Tiergarten“ von Terrorgruppe
5. „Us And The Night“ von 3 Doors Down

Meine 5 Lieblingssongs
1. „Atlas, Rise!“ von Metallica (aus dem Album „Hardwired... To Self-Destruct“)
2. „Thomas Anders“ von Beginner (aus dem Album „Advanced Chemistry“)
3. „Spirits“ von The Strumbellas (aus dem Album „Hope“)
4. „Freedom“ von Beyoncé (aus dem Album „Lemonade“)
5. „Ich zahle gar nix“ von Coup (aus dem Album „Der Holland Job“)

Mein Musik-Jahr 2016
Und täglich grüßt das Murmeltier. Warum? Weil „mein Musikjahr 2016“ genau wie die vorherigen Jahre von viel zu vielen Veröffentlichungen geprägt war, die man sich anhören „muss“ – und sich dabei vor maximal Durchschnittlichem kaum retten konnte. Der Trend setzt sich weiter fort: Es gibt höchstens noch zwei bis drei Highlights pro Jahr. Die sind am 31.12. aber meist schon wieder vergessen. Ein neuer musikalischer Hype (und damit ist ausdrücklich nicht der grassierende Vinyl-Boom gemeint), der wenigstens wieder etwas Spannung in die Sache bringen könnte, blieb auch 2016 aus.

Dafür werfen die Plattenfirmen immer mehr Re-Releases kompletter Back-Kataloge (siehe Phil Collins oder auch Emerson Lake & Palmer) sowie überteuerte Mega-Box-Sets auf den Markt, um eine ältere Generation von Musikfans zu schröpfen, die noch gerne und viel Geld für ihr Hobby aufbringen. Nach der lächerlich aufgebauschten Vinyl-Wiederveröffentlichungsreihe aus dem Hause Pink Floyd, die in 2017 fortgesetzt wird, erwartet uns 2017 zum Beispiel das 50-jährige Jubiläum der Doors. Im März geht der Spaß mit den Re-Releases los. Und dann sind da ja noch im Segment der Neuveröffentlichungen die sogenannten Box-Sets zur Umsatzsteigerung am Erstverkaufstag, in denen sich fast ausschließlich Müll befindet, für den dann stattliche 40 bis 50 Euro verlangt werden. So zählt für die Charts-Ermittlung eine verkaufte Box mit Müll als Inhalt genauso viel wie vier verkaufte „herkömmliche“ CDs. Tolle neue Welt.

Ansonsten gab es im Jahr 2016 viel zu viele verstorbene Promis zu verdauen und nur wenige kuriose Geschichten, wie Axl Rose (Guns N‘ Roses) als Ersatzsänger bei AC/DC. Extrem nervig waren auch die zahlreichen Flash-Veröffentlichungen aus dem Nichts, die oft nur digital stattfanden und später in physischer Form nachgereicht wurden. Mittlerweile findet selbst das nicht mehr grundsätzlich statt. Traurig. Klingt negativ, vielleicht sogar verbittert, aber stellt ein Abbild der gefühlten und erlebten Realität dar.

Dass sich an alldem im Jahr 2017 auch nur ein kleines bisschen ändern wird, halte ich für ausgeschlossen. Deshalb werden wir uns als Magazin den veränderten Rahmenbedingungen anpassen und bei der Auswahl unserer Themen wesentlich selektiver vorgehen. Wir werden uns keine Reviews mehr aufschwatzen lassen und die nervenden Anfragen, ob wir diese oder jene News bei uns „setzen“ können, unbeantwortet lassen. Das wird am Anfang sicher knirschen und voraussichtlich auch zur Beendigung der einen oder anderen Agenturen-Zusammenarbeit führen. Doch ist das schlimm? Nein! Es ist dann eben so. Alternativ heißt es zukünftig frei nach Hans Entertainment: „Hoch die Hände, Wochenende! So genießt man das Leben, ihr Pimmelberger!“

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