Der CDstarts Jahresausblick 2017

  • 05.02.2017
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Der CDstarts Jahresausblick 2017 - News
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Was hält das neue Jahr für die Musik-Fans bereit? Unsere Autoren verraten euch in unserem Ausblick 2017, was sie sich persönlich vom neuen Musik-Jahr wünschen und womit 2017 unbedingt zu rechnen ist!

Die Erwartungen an das Musik-Jahr 2017 von Heino Walter

Schön wäre es, mal wieder etwas von Tom Waits oder Mark Hollis (ex-Talk Talk) zu hören. Die Entwicklung von Belle And Sebastian von einer introvertierten Indie-Folk-Kapelle zu einem universellen Pop-Projekt war auch als Konzertereignis höchst beeindruckend. Hoffentlich gibt es 2017 mehr davon! Außerdem wünsche ich mir häufiger Stilverwirbelungen wie z.B. Country-Soul, Country-Funk, Folk-Reggae oder Soul-Jazz.

Es würde mir sehr gefallen, wenn sich im TV eine neue Musiksendung etablieren könnte, die sich auch um „Geheimtipps“ kümmert. Dann warte ich noch auf eine CD-(Wieder-)Veröffentlichung der Werke von Paul Pena, dessen „Jet Airliner“ 1977 von Steve Miller gecovert wurde. Auch die beiden Platten des großartigen Country-Folkers Michael Dinner („The Great Pretender“, 1974 und „Tom Thumb The Dreamer“, 1976) warten noch auf eine Erstausgabe als CD. Die Discographie von Little Feat sollte durch klangliche Überarbeitung und Hinzufügung von Bonustracks aufgewertet werden und vielleicht gibt es 2017 ja auch die ersehnte und nicht ganz abwegige Zusammenarbeit zwischen Nick Cave und Mark Lanegan. Damit gäbe es wahrscheinlich einen heißen Anwärter auf das eindringlichste Singer/Songwriter-Album des Jahres.

Weitere große Hoffnungsträger auf herausragende Musik sind außer den hier schon genannten Namen unter anderem: Jason Isbell, Prefab Sprout, Jochen Distelmeyer, Niels Frevert, Fat Freddy`s Drop, Elvis Costello, Scott Walker, Ryan Adams, Eska, Julia Holter, Jay-Jay Johanson, Matthew E. White, Laura Marling, Bill Callahan und das Einar Stray Orchestra.

Die Erwartungen an das Musik-Jahr 2017 von Maximilian Nitzke

Ich lasse Musik gerne auf mich zukommen. Ich suche nicht gezielt, sondern wühle mich durch Unbekanntes. Aber natürlich bin ich empfänglich für bestimmte Namen. Ich habe 2016 mit viel Verzug das erste Mal „Reflektor“ von Arcade Fire am Stück gehört und freudig festgestellt, dass die Kanadier 2017 wohl zurückkehren werden. Viel wichtiger als Namen ist mir jedoch, dass die deutsche Musikszene aus dem Saft kommt und wir Hörer ihr dabei helfen. Hört Bands wie Kafvka und haltet nach Vorbands Ausschau, die ihr noch nicht kennt. Auf die Label ist derzeit wenig Verlass, weil der Trend nach zu viel Geistlosigkeit verlangt. Um es kontrovers auszudrücken: Im Jahr 2016 fühlte sich „America IV - The Man Comes Around“ von Johnny Cash von 2002 beim Hören frischer an, als vieles, was mir sonst untergekommen ist. 2017, zeig mir, dass du es besser kannst!

Die Erwartungen an das Musik-Jahr 2017 von Jakob Huf

Die größte Hoffnung für das Jahr 2017 ist wohl eine mögliche neue Platte der Gunners. Ansonsten sieht eher der Live-Markt vielversprechend, aber auch strapaziös für den Geldbeutel aus: Guns N Roses kommen zu Besuch, Aerosmith sagen Adiós, Iron Maiden bringen ihre „Book Of Souls“-Tour in die deutschen Arenen und Metallica haben ebenfalls ausgedehnte Tourneen angekündigt. Worin das Weihnachtsgeld investiert wird, dürfte also feststehen.

Die Erwartungen an das Musik-Jahr 2017 von Till Brokhausen

Eigentlich fängt 2017 ja gut an: The XX veröffentlichen im Frühjahr das ersehnte dritte Album, die Pop-Arroganz Bilderbuch ebenfalls und irgendwann später soll dann noch etwas von den Gorillaz kommen - der Hype kann kommen. Zumal das nur eine kleine Auswahl ist. Und wir dürfen ehrliche Hoffnung haben, frei von jeder Ironie, dass diese Alben auch kommen werden. Der ewige Witz um die Avalanches hat ja nun auch ausgedient.

Doch auch 2017 können wir uns auf die Unterhaltungsindustrie verlassen, dass 2016 noch wie eine Patina über dem neuen Jahr liegen wird. In memento mori folgen dann Best-ofs, irrelevantes - Verzeihung - noch nie veröffentlichtes Material und wahrscheinlich trotzdem ziemlich gute Künstlerbiographien im Kino. Einen kleinen Silberstreifen am Horizont darf man sich ja erhalten, auch wenn irgendein Musical das bestimmt wieder versaut. Aber auch hier darf die Hoffnung bestehen, dass nach „Hamilton“ ebenso gute folgen.

Ohnehin sollten wir uns klarmachen, dass 2016 in der kollektiven Wahrnehmung nur so beschissen sein konnte, weil die Jahre davor gute Vorarbeit geleistet haben. Irgendwann platzt dann eben der Knoten. Für 2017 bedeutet das zwar kein tabula rasa, aber definitiv mehr Enthusiasmus, die Missstände anzugehen. Dass nur auf gute Musik zu hoffen, ist zwar sicherlich nicht aussichtslos, aber zu kurz gegriffen.

Die Erwartungen an das Musik-Jahr 2017 von Matthias Reichel

Um es vorweg zu sagen: Ich habe keine Erwartungshaltung an das Musikjahr 2017. Es kommt, wie es kommt - und CDstarts wird das Ganze (wie auch immer) begleiten, aber sicher nicht mehr jede drittklassige Veröffentlichung vorstellen. Gesundschrumpfen ist das Stichwort, das auch der Musikindustrie guttun würde. Denn das Rad dreht sich immer schneller und der Konsument kann gar nicht mehr greifen, was ihm vorgesetzt wird. Selbst die sogenannten „großen Themen“ sind bereits nach drei, vier Wochen wieder vergessen. Wenn sie sich überhaupt so lange in den Charts halten können. Dabei gilt: Wer keinen Radio- oder YouTube-Hit landet, kann eh gleich wieder einpacken.

Lassen wir uns also überraschen, wer von den etablierten Künstlern in diesem Jahr eine neue Platte auf den Markt schmeißt - und damit zur Abwechslung auch mal 100% überzeugen kann. Schon jetzt werfen ja bereits bestätigte Veröffentlichungen von Acts wie Amy Macdonald, Depeche Mode, Ed Sheeran, Maximo Park, Goldfrapp, Deep Purple, Arcade Fire, Alice In Chains, Interpol und Queens Of The Stone Age ihre Schatten voraus. Und das ist nur der Anfang. Vielleicht gibt es ein paar unerwartete Comebacks und tolle Newcomer. Wir werden es erleben und bis dahin die Füße stillhalten.

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