Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist - Cover
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Saltatio Mortis Zirkus Zeitgeist


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein massentaugliches Produkt, mit dem sich eine breite Hörerschar vereinigen und Platz eins der Charts verteidigen lässt.

Die mittelalterlichen Totentänzer von Saltatio Mortis haben sich in den nunmehr 15 Jahren ihres Bestehens künstlerisch und kommerziell sukzessive weiterentwickelt. Von einer Band, die auf kleinen Mittelalter-Märkten auftritt, sind die acht Spielleute zu einem Top-3-Act in den deutschen Longplay-Charts geworden. Nachdem mit „Das Schwarze Einmaleins“ vor zwei Jahren erstmals der Sprung auf Platz eins gelang, sind Alea der Bescheidene, Lasterbalk der Lästerliche, Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein, Bruder Frank, El Silbador, Luzi Das L, Jean „Der Tambour“ Méchant und Till Promill endgültig in Regionen angekommen, die bei jeder Major-Plattenfirma nervöse Begehrlichkeiten wecken.

Keine Frage: Mit „Zirkus Zeitgeist“ soll der Nummer-1-Coup wiederholt werden. Dazu haben Saltatio Mortis „dem Zeitgeist in den Rachen geschaut“ und eine inhaltliche Aufarbeitung ihrer Sicht auf die heutige Gesellschaft entworfen, die sie in 14 typische SM-Songs verpackt haben. In diesen dominieren der Schmirgelpapiergesang von Alea dem Bescheidenen sowie rockige Gitarren im Einklang mit den markanten Dudelsack-Klängen, aus denen sich Heavy-Metal-Tracks wie „Des Bänkers neue Kleider“, punkige Mitgröl-Hymnen („Willkommen in der Weihnachtszeit“, „Trinklied“, „Maria“) und schwermütige Halbballaden entwickeln, die im Fall von „Abschiedsmelodie“ oder auch „Nachts weinen die Soldaten“ dezent nach den Toten Hosen klingen.

Saltatio Mortis sind bei ihren Songs um maximale Eingängigkeit bemüht, die sowohl im kleinen Club, als auch im Fußballstadion funktioniert. Die Stücke gehen grundsätzlich leicht ins Ohr und halten mit plakativen Themen wie Krieg, Nationalismus, Papst, Vergänglichkeit, Weihnachtskommerz, Auschwitz und der eigenen Band-Identität nicht mit klaren Botschaften hinterm Berg. Damit fängt der Rattenfänger die kleinen Nager und Saltatio Mortis sowohl das Mittelalter-Rock- als auch das Pop-Publikum.

Dies zeigt, dass die Band in den vergangenen Jahren eine Professionalität entwickelt hat, zu deren Gunsten einige Ecken und Kanten abgeschliffen wurden, sodass am Ende mit „Zirkus Zeitgeist“ ein massentaugliches Produkt zum Verkauf steht, mit dem sich eine breite Hörerschar vereinigen und Platz eins der Charts verteidigen lässt.

Anspieltipps:

  • Maria
  • Trinklied
  • Erinnerung
  • Abschiedsmelodie
  • Nachts weinen die Soldaten
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