Paul Weller - Fat Pop Volume 1 - Cover
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Paul Weller Fat Pop Volume 1


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Gegen die Lockdown-Langeweile hat Paul Weller einfach schon wieder ein neues Album aufgenommen.

On Sunset“ (07/2020), das bis dato letzte Studioalbum von Paul Weller (63), hat noch nicht mal ein Jahr auf dem Buckel, da erscheint mit „Fat Pop Volume 1“ bereits das nächste und inzwischen 16. Studiowerk des Engländers. Warum, ist klar. Wie alle anderen Musiker auf dieser Welt, kann auch Paul Weller aktuell keine Tourneen spielen. Doch anstatt zuhause den Lockdown auszusitzen, nutzt Weller wenigstens die Zeit und arbeitet an neuen Songs. So bearbeitete er in den letzten Monaten in Eigenregie seine gesammelten Ideen, nahm Gesangs- und Klavierspuren auf und schickte das Material auf dem digitalen Highway an Steve Cradock (Gitarre), Andy Crofts (Bass) und Ben Gordelier (Drums), die wiederum ihre Ideen und Parts beisteuerten.

In einem günstigen Moment trafen sich die Herren danach im Studio und spielten ein Dutzend Stücke ein, die durch die „Volume 1“-Kennzeichnung auf baldigen Nachschub hoffen lassen. Denn Paul Weller befindet sich langsam aber sicher wieder auf dem Weg zu alter Brillanz, wobei die Bezeichnung „Fat Pop“ durchaus als Klangkoordinate für das Album verstanden werden darf. So verzichtet Paul Weller erneut vollständig auf krachende Gitarrenriffs, die er bisweilen auch im Programm hat und geht sein 16. Solowerk konzeptionell eindeutiger, aber nicht minder vielschichtig an. Schließlich hat sich der 63-Jährige noch nie zu 100 Prozent auf einen Stil oder Sound festlegen lassen.

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So versammelt Weller auf „Fat Pop“ alles, für was der Begriff BritPop seit Jahrzehnten steht und gießt es in eine universelle Form aus Blue-Eyed-Soul, Madchester-Psychedelic und klassischer Popmusik, die irgendwo zwischen Oasis, Beatles und den Charlatans verortet ist. Damit knüpft er stilistisch an „On Sunset“ an, das bereits eine Huldigung des Sounds vergangener Zeiten darstellte und vieles besser machte als der altersmilde Vorgänger „True Meanings“ (09/2018). Zwar kann Weller auch auf „Fat Pop“ nicht auf zuckersüße symphonische Zutaten verzichten („Still glides the stream“, „Glad times“), sie wirken insgesamt aber harmonischer und nicht so aufdringlich.

Fazit: Paul Weller ist kreativ wieder auf dem aufsteigenden Ast! Seine Songs eiern nicht groß rum und kommen allesamt nach drei Minuten auf den Punkt. Dabei serviert er tanzbaren Pop („Cosmic fringes“), feine Grooves („Fat pop“, „Testify“), akustische Kleinode („Cobweb/connections“) sowie ausgesucht schöne Melodien („Shades of blue“, „Moving canvas“) und kreiert daraus ein kurzweiliges Werk mit feinem Retro-Charme, das gerne (mindestens) mit einer zweiten Folge fortgesetzt werden darf.

Anspieltipps:

  • Testify
  • Moving canvas
  • Shades of blue
  • In better times
  • Cobweb/connections
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