Magdalena Ganter Interviews

  • 26.02.2021
Kurzinterview mitMagdalena Ganter
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Magdalena Ganter - News
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Nach drei Alben mit Mockemalör nun das Solodebüt von Magdalena Ganter.

CDstarts.de: Wer war in deiner Kindheit dein Vorbild/Idol und warum?

Magdalena Ganter: Skin von Skunk Anansie! Sie ist eine so extravagante, selbstbestimmte Künstlerin. Ihre Stimme, ihre Haltung, ihre Art sich zu inszenieren, das alles hat mich sehr fasziniert. Eine ähnliche Anziehungskraft hatte später Björk auf mich. Außerdem lief bei mir Lauryn Hill lange auf Dauerschleife. Erst mit den Fugees und dann ihr Soloalbum „The Misseducation Of Laury Hill“, auf dem sie vor allem ihre Emanzipation zelebriert. Diese Frau hat für mich eine dermaßen beseelte Stimme, stark und verletzlich zugleich. Sehr inspirierend.

CDstarts.de: Wie und wo kommen dir Ideen für neue Songs in den Sinn?

Magdalena Ganter: Ganz unterschiedlich. Meist unterwegs, Textfetzen kommen mir erstaunlich oft beim Laufen, das hat für mich so was Meditatives, losgelöst von allem kommen mir dann Phrasen in den Sinn, die ich im Anschluss am Klavier weiterentwickle.

CDstarts.de: Sicherlich gibt es Musiker*innen, die dich beeinflusst haben. Wir wollen natürlich wissen wer und warum?

Magdalena Ganter: Nina Simone, Beth Gibbons (Portishead), Skin, Carole King, Björk, Lizz Wright, Janis Joplin, Marlene Dietrich und Edith Piaf. Um nur ein paar wenige zu nennen. All diese Künstlerinnen haben mich mit ihrem so eigenständigen Sound und speziell auch ihrem Gesang tief berührt. Das sind für mich alles Visionärinnen mit teils großem politischem Engagement, das beeindruckt mich zutiefst.

CDstarts.de: Du hast die freie Auswahl: Mit welchem Musiker/welcher Musikerin oder Produzenten/Produzentin würdest du gerne ein Album aufnehmen? Begründe deine Wahl.

Magdalena Ganter: Mit Sophie Hunger! Sie ist eine so spannende, eigensinnige Künstlerin, die großartige Platten produziert hat und mich auch mit ihren Texten immer wieder bewegt und begeistert. Einer meiner Lieblingslieder von ihr „Walzer für Niemand“.

CDstarts.de: CD, Vinyl, Tape oder digital – wie organisierst du deine (Sammel-)Leidenschaft für Musik?

Magdalena Ganter: Vinyl! Am liebsten stöbere ich auf Flohmärkten nach Raritäten, im Plattenladen kaufe ich ab und an auch ein mir unbekanntes Album, einfach weil mir das Artwork gefällt.

CDstarts.de: Welches („fremde“) Album aus deiner Sammlung würdest du unseren Lesern empfehlen und warum?

Magdalena Ganter: „Tapestry“ von Carole King. Meine absolute Lieblingsplatte. Die groovt und macht gute Laune.

CDstarts.de: Mal was ganz anderes: Beschreibe unseren Lesern, wie dein perfekter Urlaub aussieht. Hast du Tipps und Empfehlungen?

Magdalena Ganter: Viel Natur. Viel Ruhe. Nicht zu heiß. Mit Bergen und Seen und viel Zeit für spannende Bücher, gutes Essen, feinen Kaffee und noch feineren Wein. Nun ja, es hat einen Grund, dass ich immer wieder gerne in meine Heimat reise, den Schwarzwald. Mit meiner Band Mockemalör war ich für Konzerteinladungen mehrere Male in Georgien. Was ich von dem Land bisher gesehen habe, fand ich sehr malerisch und die Menschen sind so herzlich und gastfreundlich. Einmal möcht ich dort gerne mit dem Rucksack durch das Hinterland reisen.

CDstarts.de: Welcher Song deines „Neo Noir“-Albums war in der Entstehung bzw. bei den Aufnahmen der härteste Brocken und warum?

Magdalena Ganter: „Der Wind“ hat sich für mich die erste Weile nach der Aufnahme nicht rund angefühlt. Irgendwie fehlte mir da immer noch was. Dann haben wir im Studio den eher luftig angelegten Zwischenteil um ein paar scheppernde Geräusche und dissonante Akkorde am Klavier erweitert bis es für mich die richtige Spannung hatte. Nun ist es das erste Lied auf dem Album und ich empfinde es als sehr stimmig.

CDstarts.de: Mit Blick auf das „Neo Noir“-Album: Wie wichtig sind für dich im digitalen Zeitalter noch Dinge wie Cover-Artwork und Booklet-Gestaltung?

Magdalena Ganter: Oh, das Visuelle ist mir sehr wichtig. Ich bin von Natur aus ein visuelles Wesen und auch einfach ein Schöngeist und erfreue mich daher immer an einem gelungenen Artwork. Außerdem finde ich es für mich wichtig, dass alles zusammenpasst und ein stimmiges Ganzes ergibt.

CDstarts.de: Welche Rolle spielen für dich die Texte des „Neo Noir“-Albums? Willst du „echte“ Inhalte vermitteln oder sollen die Worte nur gut zur Musik passen?

Magdalena Ganter: Am Anfang ist bei mir immer eine Geschichte, die ich erzählen möchte. Oder eine Erfahrung, die ich in einem Text verarbeite. Das Wort kommt also immer zu erst. Aus der je speziellen Stimmung knüpfe ich dann musikalisch an.

CDstarts.de: Warst du bei den Aufnahmen zu „Neo Noir“ ein penibler Kontroll-Freak, der solange alles wiederholt, bis es perfekt ist oder hast du einfach spontan den Moment einfangen wollen?

Magdalena Ganter: Nein, glücklicherweise konnte ich da loslassen und einfach spielen. Das war aber ein großer Prozess. Lange habe ich mich nicht bereit gefühlt, das Album aufzunehmen obwohl ich es von Herzen gerne wollte. Die Angst zu scheitern hat mich über ein Jahr in Schach gehalten. Selbstzweifel und ein überhöhter Anspruch an mich selbst kommen und gehen. Ich übe mich darin ihnen nicht die totale Kontrolle über mich zu überlassen, dabei hilft mir vor allem meine Meditationspraxis.

CDstarts.de: Feuer frei! Was müssen unsere Leser unbedingt noch über dein Album wissen?

Magdalena Ganter: Das es mein Debütalbum ist! Habe ja bereits drei Alben gemeinsam mit meiner Band Mockemalör veröffentlicht. Dass ich nun für mein Soloprojekt gehe, war ein großer Schritt für mich, der mit viel Unsicherheit und Ängsten einher ging. Umso mehr freu ich mich, dass ich das Ding nun endlich mit euch teilen kann! Das ist für mich schon ein riesen Ding!

CDstarts.de: Zum Schluss möchten wir noch wissen, was du als deinen bisherigen Karrierehöhepunkt bezeichnen würdest und warum?

Magdalena Ganter: Hhmm. Da kommt mir gleich die Konzertreise nach China in den Sinn. Nicht, dass es mir dort so besonders gut gefallen hätte, ganz im Gegenteil. Ich habe mich selten so unwohl und vor allem unfrei gefühlt wie in diesem Land, aber irgendwie habe ich da viel gelernt und die Reise hat meinen Horizont erweitert. Okay, ein klassischer Karrierehöhepunkt sieht wohl anders aus, oder? Tatsächlich versuche ich mir meine Höhepunkte selbst zu kreieren, in dem ich mir zum Beispiel bewusst mache, dass ich für das gehe was mich von Herzen glücklich macht. Wenn es auch ein harter Weg ist und viel Arbeit macht! Das ist für mich grad bedeutsamer als manch großes Konzert, was ich schon spielen durfte.

Bearbeitet von für CDstarts.de
Photo-Credit: Marcus Engler

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