Gazpacho Live: Berlin, 22.01.2011, Maschinenhaus in der Kulturbrauerei

  • 26.01.2011
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Gazpacho - Live: Berlin, 22.01.2011, Maschinenhaus in der Kulturbrauerei - News
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Musiker mit Leib und Seele.

Beeindruckend wie bodenständig die Musiker von Gazpacho sind. Sie strahlen es mit ihrem ganzen Dasein aus. Als sie am Abend des 22.Januar auf der Bühne des Maschinenhauses erschienen sind, waren alle zwar dunkel aber leger und elegant mit Hemden oder Longsleeves gekleidet. „Haben wir hier tatsächlich Berufsmusiker vor Augen?“, hat man sich gefragt, sahen sie doch aus, als ob sie gerade erst ihren Bürostuhl verlassen hätten um sich in der freien Zeit der Musik zu widmen. Der Sänger Jan-Henrik Ohme wirkte wie der sympathi-sche Junge von nebenan (ähnliche Wirkung wie Steven Wilson von Porcupine Tree). Nur Kristian Torp, der Bassist, sah aus wie ein typischer Vollblutmusiker mit Bart, Mütze und T-Shirt.

Sobald aus den Lautsprechern die Instrumente der Norweger erklangen, die sanften Melodien und Ian-Henriks zerbrechliche Stimme, wurde man sofort gefangen genommen. Kein Zweifel, diese Jungs sind mit Leib und Seele nicht nur Musiker sondern Künstler. Gazpacho schaffen etwas das nur wenigen Musikern wirklich überzeugend gelingt, die Vertonung von Gefühlen. Meist sind es die traurigen, melancholischen Noten, manchmal wird der angestaute Kummer regelrecht heraus posaunt, Stimmungsausbrüche, die der Musik etwas unglaublich reelles, menschliches einhauchen. Nur um all dies zu entdecken muss der Hörer seine Lauscher weit aufsperren und sich in die Musik einhören, erst dann entfaltet sie diese Faszination.

Live funktionieren Gazpacho hervorragend. Vorausgesetzt die Leute an der Bar poltern nicht mit den Bierflaschen und unterhalten sich in voller Lautstärke, wie an jenem Abend. Der Klang war jedenfalls sehr gut ausgewogen, eine Freude beim Zuhören. Gespielt wurden viele Stücke vom neuen Album Missa Atropos, dazwischen einige vom Vorgänger Tick Tock und zum Ende hin von Night. Gut zwei Stunden Musik zum Abtauchen und Genießen mit einer Videoleinwand, die immer wieder Kunstbilder in leicht verrauschter Art und Weise darstellte, und mit einer für die Größe des Konzerts ordentlichen Lichtshow. Witzig nur, dass im Maschinenhaus der Kulturbrauerei die Bühne genauso groß zu sein wirkt wie der restliche Raum fürs Publikum. Die Schlussfolgerungen daraus könnt ihr selbst ziehen. So oder so kennen immer noch zu wenige Menschen diese Band.

Als Kostprobe vom Konzert in Berlin könnt ihr euch „Splendid Isolation“ ansehen.

Setlist:

  • Defense Mechanism
  • Snail
  • Vera
  • River
  • Desert Flight
  • Tick Tock, part 1
  • Tick Tock, part 2
  • Missa Atropos
  • Splendid Isolation
  • Dream Of Stone
  • Chequered Light Buildings
  • Upside Down
  • Winter Is Never
  • The Secret

für CDstarts.de

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